21. Februar 2016 Ludwig Opfermann

Kundgebung "Mitmenschlich im Eichsfeld"

Trotz Dauerregens versammelten sich am Sonntag, den 21.02.16, um 18:00 Uhr etwa 150 Menschen auf dem Marktplatz in Heiligenstadt, um damit ein deutliches Zeichen gegen Rechtsextremismus zu setzen und für mehr Mitmenschlichkeit im Umgang mit Geflüchteten zu werben. Unter dem Motto „Mitmenschlich im Eichsfeld“ wurde die Veranstaltung vom Eichsfelder Bündnis gegen Rechts und der Initiative für Frieden, Gerechtigkeit und Demokratie veranstaltet.

Eröffnet wurde die Kundgebung durch afrikanische Klänge einer Trommelgruppe aus Dingelstädt um Americo Israel. Außerdem sorgten „Jonez Sound“ zwischen den Redebeiträgen für eine musikalische Umrahmung mit eigenen und gecoverten Liedern. Hauptbestandteil waren jedoch die Wortbeiträge der recht bunt gemischten Liste von Rednern. Dadurch wurde für Abwechslung und einen Einblick auf die Flüchtlingsproblematik aus verschiedensten Perspektiven gesorgt, sodass man sich ein umfassendes Bild über die aktuelle Lage machen konnte.

Moderiert wurde die etwa 1,5-stündige Veranstaltung durch Norbert Sondermann, dem Sprecher des Bündnisses. Es ist den Organisatoren gelungen, sogar den Landesminister für Migration, Justiz und Verbraucherschutz, Dieter Lauinger (Grüne) zu einer Stellungnahme zu bewegen. Den Anfang machte jedoch der Bürgermeister der Kreisstadt Thomas Spielmann. Er berichtete nicht ohne Stolz, dass es in seiner Stadt gelungen ist, sämtliche Flüchtlinge dezentral in Wohnungen unterzubringen. Auch durch ein großes Netz an freiwilligen Helfern, bei denen er sich mit Nachdruck bedankt, zieht er ein positives Fazit der aktuellen Lage und schaut optimistisch in die Zukunft.

Berichte über die Flüchtlingsbetreuung in der Gemeinschaftsunterkunft auf der Burg Bodenstein gaben Helga Hartmann und Bernd Winkelmann ab. Eli Sondermann schloss an mit Informationen über die Arbeit der vielen Helfer in der Theodor-Storm-Straße, verwies aber auch auf sich vergrößernde Initiativen in anderen Teilen von Heiligenstadt. Einigkeit herrschte darüber, dass gelegentlich Schwierigkeiten durch Unpünktlichkeit der Geflüchteten auftreten. Außergewöhnlich groß sei jedoch die Dankbarkeit für die vielfältigen Unterstützungen. Der katholische Diakon i.R. Johann Freitag und der evangelische Regionalbischof Christian Stawenow appellierten an alle Christen einzutreten für Nächstenliebe und zu versuchen Flüchtlingsgegner für die Gesellschaft zurück zu gewinnen. Grüße vom Bündnis „Duderstadt bleibt bunt“, das am Sonntag kurz zuvor auch eine Kundgebung abgehalten hatte, überbrachte Hans-Georg Schwedhelm.

Lucas Bode, Mitglied unseres Kreisverbandes und des Bündnisses gegen Rechts, gelang es durch die Schilderung von persönlichen Erlebnissen mit Geflüchteten zu zeigen, wie positiv Integration verlaufen kann. Er ist davon überzeugt, dass darin große Potentiale schlummern, die genutzt werden sollten. Nicht nur für die Geflüchteten selbst, sondern auch für die Gesellschaft.

Die gesamte Rede von Lucas ist hier zu finden: https://www.youtube.com/watch?v=NMie8rtiEi8

 

Diesen Punkt führt der Minister Dieter Lauinger von den Grünen weiter aus und untermauert ihn mit allerhand Fakten. Er gesteht natürlich ein, dass die Aufnahme von weiteren 30000 Flüchtlingen in Thüringen, die dieses Jahr zu erwarten sind, eine große Aufgabe ist. Jedoch brauche Thüringen schon aus ökonomischen Gründen Zuwanderung, weil es kontinuierlich an Einwohnern verliert. Vor diesem Hintergrund fordert er: „Wir müssen jedem Menschen eine Chance geben. Es ist auch eine Chance für unser Land.“ Scharfe Kritik übt er auch an der AfD und den jüngsten fremdenfeindlichen Aktionen von Clausnitz und Bautzen in Sachsen.

 

Zeitungsbericht und Bildergalerie:

http://www.tlz.de/startseite/detail/-/specific/Deutliches-Zeichen-gegen-Rechtsextremismus-in-Heiligenstadt-903449213

http://www.goettinger-tageblatt.de/Duderstadt/Bildergalerien-Duderstadt/Demo-fuer-Menschlichkeit-gegen-Rechts-in-Heiligenstadt#p1

 

 

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