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Petra Welitschkin

75. Jahrestag der Befreiung

In der Nacht vom 8. zum 9. Mai 1945 endete mit der Ratifizierung der Kapitulation der deutschen Wehrmacht in Berlin-Karlshorst der 2. Weltkrieg in Europa. Im Fernen Osten gelang es erst im September 1945, den Aggressor Japan zur Kapitulation zu zwingen. Damit endete der 2. Weltkrieg, dessen furchtbare Bilanz ca. 60 Millionen vernichtete Menschenleben und ein verwüsteter Kontinent Europa waren. Die größten Verluste hatte die Sowjetunion zu beklagen: mit 13 Millionen Soldaten und 14 Millionen Zivilpersonen.

Der 75. Jahrestag des Kriegsendes und der Befreiung des deutschen Volkes von der Naziherrschaft waren am Nachmittag des 8. Mai 2020 Anlass für eine Gedenkveranstaltung auf dem Sowjetischen Ehrenfriedhof in Heiligenstadt. Ca. 50 Teilnehmer kamen, trotz der Beschränkungen durch die Staatlichen Maßnahmen zur Eindämmung der Corononainfektion, um der Toten des 2. Weltkrieges zu gedenken und sich gleichzeitig für Frieden und Demokratie sowie gegen Aufrüstung, Ausgrenzung und Neonazismus zu bekennen. In Zeiten, wo die Länder der Welt viel mehr in Gesundheit, Bildung und für soziale Zwecke investieren müssten, werden weltweit weiter Milliarden sinnlos in die Rüstung gesteckt. Die Bundesrepublik Deutschland ist da keine Ausnahme; 2019 wurden 51,19 Mrd. US-Dollar für das Militär ausgegeben, und wenn es nach der Verteidigungsministerin Kramp-Karrenbauer (CDU) ginge, würde Deutschland wiederum Milliarden unserer Steuergelder für Flugzeuge Made in USA mit einer speziellen Ausstattung für Atomraketen kaufen. Um dies zu rechtfertigen, wird immer wieder das alte und neue Feindbild Russland strapaziert.

Nach dem Grußwort unseres Kreisvorsitzenden Mathias Vonderlind und einem Redebeitrag der stellvertretenden Kreisvorsitzenden Petra Welitschkin rezitierte Alwine Klose das bekannte Gedicht von Jewgeni Jewtuschenko „Meinst du, die Russen wollen Krieg?“ Im Anschluss daran hielt Sigrid Hupach für Marit Wagler, Mitglied des Thüringer Landtages, die beruflich verhindert war, einen Redebeitrag und wies darin auf die Gefahr des Rechtextremismus in der Gesellschaft hin. Nach einer Schweigeminute zum Gedenken an die Toten des 2. Weltkrieges wurden am Denkmal des Friedhofes sowie auf den Grabstätten Blumengebinde, Blumensträuße und einzelne Blumen niedergelegt. Der russische Integrationsverein „Rodnik“ hatte dafür gesorgt, dass ausreichend Blumen für jede Grabstätte vorhanden waren. Aus Sicht der Nachkommen des Siegers im Großen Vaterländischen Krieg des sowjetischen Volkes, erinnerte Alesja Koseruk in ihrem Redebeitrag an die Kämpfe und Opfer dieses Krieges und rief dazu auf, niemanden und nichts zu vergessen. Es dürfe nie wieder Krieg und Faschismus geben. In diesem Zusammenhang äußerte sie ihr Unverständnis dafür, dass in verschiedenen Ländern Europas, vor allem Osteuropas, Denkmäler, die der Roten Armee gewidmet sind, beschmiert oder beseitigt werden.Zum Abschluss der Veranstaltung wurde gemeinsam das Lied „Das ist der Tag des Sieges“ auf Russisch gesungen.